Aus der Geschichte des Gymnasiums

Das Gymnasium in der Kapitän - Jaros - Straße 14 ist das älteste tschechische Gymnasium in Brno und zusammen mit einem in Olomouc auch das älteste in Mähren. Es wurde im Jahre 1867 gegründet und gleich von Anfang an wurde es zu einer Quelle des wissenschaftlichen und künstlerischen Lebens und zu einer Vorstufe der Hochschule in Brno. Die Lehrer des Gymnasiums waren zumeist hochgebildete Fachleute, die oft Grundlagen für wissenschaftliche Forschungen in ihren Disziplinen gelegt haben.

Das Gymnasium gewann bald den Ruf einer strengen und anspruchsvollen Schule, und seine günstige Entwicklung wurde erst durch den Ersten Weltkrieg gestört. Damals diente das Schulgebäude als Militärkrankenhaus, viele Lehrer und Schüler wurden zum Militärdienst einberufen und nicht wenige von ihnen gaben im Kampf für die Freiheit des tchechischen Volkes ihr Leben.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Unterricht schon am 24. Mai 1945 wieder aufgenommen, aber nach einigen Jahren ruhigen Bestehens kamen neue Probleme. Im Jahre 1961 wurde das Gymnasium sozusagen „in Ruhe gestellt", und zum Wiederbeginn des Unterrichts kam es erst im Jahre 1969. Zu dieser Zeit wurde auch der Charakter der Schule geändert, und aus dem ehemaligen klassischen wurde stufenweise ein mathematisches Gymnasium. Im Jahre 1984 wurde die Umwandlung abgeschlossen, indem die Schule in das Netz der Gymnasien mit Orientierung auf Mathematik eingegliedert wurde. Die Entwicklung der Schule seit deiser Zeit nun ist charakterisiert durch ausgezeichnete Erfolge der Schüler vor allem in Mathematik und Physik (Sieger in den internationalen mathematischen und physikalischen Olympiaden, Studienaufenthalte im Ausland und erfolgreiches Hochschulstudium). Das Gymnasium gehört seit einigen Jahren zu den besten Mittelschulen in der ganzen Tschechischen Republik (z.B. was die Zahl der an Hochschulen aufgenommenen Abiturienten angeht), was durch Untersuchungen auch der offiziellen Schulbehörden und Institutionen bestätigt wird.

Wenn wir auf die Vergangenheit zurückblicken, können wir feststellen, dass es so gut wie kein gesellschaftliches, wissenschaftliches oder künstlerisches Fach gibt, in dem nicht jemand von unseren Schülern, Absolventen oder Lehrern Hervorragendes geleistet hätte. In der Literatur und den geisteswissenschaftlichen Fächern waren es zum Beispiel der Sprachwissenschaftler Frantisek Bartos, die Schriftsteller Karel Capek, Vilem Mrstik, Petr Bezruc, Milan Kundera, die Dichter Ivan Blatny, Zdenek Rotrekl und Josef Suchy, der Übersetzer aus den klassischen Sprachen Ferdinand Stiebitz und der Historiker von Brno, František Sujan. In den Naturwissenschaften haben Bedeutendes geleistet Karel Absolon, Edvard Formanek, Frantisek Kolacek und andere. Aus dem Bereich der Medizin wäre zu nennen Jaroslav Bakes, der Gründer der onkologischen Anstalt in Brno auf dem Zluty kopec, und aus der Psychologie Robert Konecny. Herausragende Persönlichkeiten waren oder sind in der bildenden Kunst die Maler Alfons Mucha und Ondrej Sekora, in der Theologie der Brünner Bischof Karel Skoupy oder der gegenwärtige Bischof von Litomerice, Jan Koukl, in der Politik der Sohn des Gründers der Zeitung „Lidove noviny", Jaroslav Stransky, in der Musik Jan Novak, der bedeutendste tschechische Komponist der 2. Hälfte des 20. Jhs. und viele andere. Von den Jüngsten sind erfolgreich z.B. der Schachspieler Pavel Blatný, die Eiskunstläuferinnen Katerina Mrazova and Radka Kovarikova oder der gegenwärtige Rektor der Masaryk - Universität in Brno, Jiri Zlatuska.

Ohne zu übertreiben können wir wohl sagen, dass das Gymnasium in der Kapitän-Jaros-Straße in Brno eine Schule so wohl mit einer ruhmvollen Vergangenheit als auch mit einer hoffnungsvollen Gegenwart und Zukunft ist.